Geldanlage: die besten Finanzprodukte und Anlagemöglichkeiten

Finden Sie die beste Anlagestrategie ✓ August 2019

Vermögensaufbau in der aktuellen Niedrigzinsphase ist so aktuell wie selten zuvor. Doch besonders in den letzten Jahren nahm die Anzahl der Finanzprodukte und Anlagemöglichkeiten radikal zu. Wie Sie trotzdem den Überblick behalten und erfolgreich Vermögen aufbauen erfahren Sie hier.

Geldanlage » Bestandsaufnahme und Strategie

Zunächst gilt es, eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Zuvorderst sollten Sie ihr gesamtes zum Investieren verfügbares Kapital überblicken: Wie viel besitze ich aktuell und wie viel bin ich in der Lage, monatlich von meinem Einkommen anzulegen? An diesem Punkt ist auch ein Blick auf vermeidbare Fixkosten nicht verkehrt, um die monatliche Sparrate zu erhöhen.

Ist eine realistische Investitionssumme gefunden, gilt es, den Anlagehorizont zu bestimmen. Für eine private Altersvorsorge ist dieser oft mehrere Jahrzehnte lang. Aber auch kürzere Anlagedauern sind möglich. Grundsätzlich gilt: je kürzer der Anlagehorizont, desto höher das Risiko von Kursverlusten. Denn der Aktienmarkt folgt zwar grundsätzlich einem positiven Trend, aber auch Verlustjahre sind keine Seltenheit. Oft geht es in diesen Jahren dann besonders stark bergab und der Markt braucht mehrere Jahre, um sich zu erholen. Trifft ein solches Szenario zum Ende ihres Anlagehorizonts ein, ist ein Verlust oft nicht vermeidbar. Zur Minimierung dieses Risikos sollte ein Anlagehorizont von mindestens 5–10 Jahren gewählt werden – je länger, desto besser. Auch das Ziel sollte bei Bestimmung der Haltedauer bedacht werden. Bei privater Altersvorsorge in jungen Jahren kann der Aktienanteil ruhig höher sein, als bei kürzeren Anlagedauern von unter 10 Jahren. Aktien gelten gegenüber Anleihen als zwar als rentablere, aber auch volatilere und riskantere Investments. Deshalb sollte bei kürzeren Anlagehorizonten grundsätzlich die Aktienquote niedriger gehalten werden, um Kursschwankungen und daraus resultierende Verlustverkäufe zu minimieren. Dabei es gilt folgenden Grundsatz zu beachten: je höher die Rendite, desto höher auch das Risiko.

Geldanlage: die besten Finanzprodukte und Anlagemöglichkeiten

Kapitalallokation und Anlageprodukte

Zunächst ist es wichtig, sich über die wichtigsten Anlageformen zu informieren. Die bekanntesten sind hier zusammengefasst. Eine Mischung all dieser Assetklassen sorgt für ein diversifiziertes und weitestgehend krisensicheres Portfolio für ihren Vermögensaufbau.

Tagesgeld

Das Tagesgeldkonto ist die wohl risikoärmste Anlageform. Das Geld ist täglich verfügbar und durch eine Einlagensicherung bis zu 100.000 € geschützt. Mit dieser Sicherheit kommt jedoch eine geringere Rendite. In Zeiten der inflationären Geldpolitik wird nicht einmal der Wertverlust des Geldes durch die Zinsen gedeckt. Deshalb eignet sich das Tagesgeldkonto eher zur Einlagerung von Rücklagen oder Geldreserven zum Nachkaufen in schwachen Marktphasen.

Aktien

Grundsätzlich gelten Aktien zwar als rentable, aber auch volatile und riskante Investments. Dies liegt primär an dem Klumpenrisiko, welches durch die geringe Diversifizierung entsteht. Deshalb sollte bei kürzeren Anlagehorizonten grundsätzlich die Aktienquote niedriger gehalten werden, um Kursschwankungen und daraus resultierende Verlustverkäufe zu minimieren. Zudem ist es enorm wichtig, vor jedem Einzelaktien-Kauf eine ausgiebige Analyse des Unternehmens durchzuführen und fortlaufend einen Überblick über die aktuelle Lage des Unternehmens und der Konjunktur zu behalten. Im Gegenzug erhält man dafür oft höhere Renditen und nur geringe Kosten bei Kauf und Verkauf. Nichtsdestotrotz ist ein Aktieninvestment nur für fortgeschrittene Investoren mit ausreichend Zeit und Wissen zu empfehlen.

Indexfonds und ETFs

Indexfonds sind besonders als passive Anlageform zu empfehlen. Sie versuchen die Wertentwicklung eines Indexes wie dem DAX abzubilden. Je nach Index wird durch die breite sektorielle und geografische Diversifikation das Klumpenrisiko beinahe eliminiert. Anleger profitieren also von einer positiven Entwicklung der gesamten Wirtschaft und nicht der, einzelner Unternehmen. Zudem gibt es zahlreiche weitere Fondsarten, welche je nach Management verschiedene Strategien verfolgen. Auf der Schattenseite stehen besonders bei aktiv gemanagten Fonds horrende Gebühren von bis zu fünf Prozent per annum. Als bessere Alternative präsentieren sich die börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Auch diese bilden einen bestimmten Index ab oder verfolgen eine spezielle Strategie, unterliegen aber keinem aktiven Management durch Fondsmanager. So entfallen die meisten Gebühren und es ist für bereits für weit unter einem Prozent Gebühr möglich, einen Index in seinem Depot abzubilden.

ETFs und Indexfonds bieten sich besonders gut zur monatlichen Besparung an. Die meisten Broker bieten diese Option zu sehr günstigen Konditionen an. Durch einen monatlichen Kauf der Anteile profitiert man vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Bei einer festen Sparsumme werden bei günstigen Einstiegskursen mehr Anteile, bei hohen weniger Anteile gekauft. So wird das Problem des Markttimings vermieden. Deshalb sind Indexfonds besonders zur Altersvorsorge sehr beliebt. Der geringe Wartungsaufwand macht sie besonders für passive Investoren zur perfekten Lösung für den Vermögensaufbau.

Eine beliebte und historisch lukrative Strategie ist die Abdeckung der gesamten Weltwirtschaft durch Indexfonds. Dazu eignet sich zum Beispiel ein ETF auf einen Index wie den MSCI All Country World Index, welcher mit ca. 2500 Unternehmen knapp 90 % der gesamten Weltwirtschaft abdeckt. Darin enthalten sind sowohl Industrie-, als auch Schwellenländer.

Robo-Advisor

Das Internet hat auch im Bereich der Geldanlage einiges verändert. Eine der neuesten Additionen zur Finanzwelt ist der automatisierte Bankberater – der Robo-Advisor. Dieser legt Geld automatisiert an, betreibt oft aktives Risikomanagement und hat dazu noch weitaus niedrigere Kosten als ein Bankberater. Robo-Advisor nutzen ebenfalls oft die oben genannten Anlageklassen, um ihr Vermögen zu vermehren. Wichtig ist eine Überprüfung des Umfangs eines Robo-Advisors – stellt dieser Ihnen nur ein einfaches ETF-Portfolio zusammen und betreibt keinen aktiven Handel? Dann sind die Gebühren oft nicht gerechtfertigt, denn ein ETF-Portfolio kann sich jeder in Minuten selber erstellen. Betreibt der Robo-Advisor jedoch aktives Risikomanagement und schichtet Anteile je nach Marktlage um, ist die Möglichkeit die Marktrendite zu schlagen durchaus gegeben und die Gebühren können gerechtfertigt sein. Wichtig ist vor allem der Vergleich der Anbieter, denn während einige Online-Advisor tatsächlich sinnvoll für passive Investoren sind, gibt es oft vollkommen überflüssige Angebote mit hohen Gebühren.

Crowdinvesting

Das Crowdinvesting ist ein weiterer Trend, der erst kürzlich an Prominenz gewonnen hat. Dabei beteiligen sich eine große Zahl an Privatanlegern meist an einem jungen Unternehmen. Die Hoffnung ist, dass der Mikroanleger im Falle einer positiven Entwicklung des Projekts an den Gewinnen beteiligt wird. Da besonders Start-ups sich dieser Form der Kapitalbeschaffung widmen, ist die Renditeaussicht oft hoch – dementsprechend aber auch das Risiko eines Vollverlustes. Diese Finanzierungsmaßnahmen werden meist über spezielle Plattformen für Crowdinvesting durchgeführt.

Haben Sie einen vertrauenswürdigen und transparenten Anbieter gefunden, können Sie mit dem Investieren beginnen. Wichtig ist es hierbei sich die bereitgestellten Informationen über die Unternehmen genau anzuschauen und zu analysieren – nur so können Sie auf eine positive Rendite hoffen. Daraus ergibt sich auch die Empfehlung, nur als aktiver Investor auf Crowdinvesting zu setzen. Denn wer sich nicht kontinuierlich mit alten und neuen Unternehmen auf den Plattformen auseinandersetzt, wird kaum erfolgreich sein. Das Crowdinvesting fungiert also optimal als renditeorientierter Teil eines aktiven Anlageportfolios und sollte aus diesem Grund maximal 10 % des gesamten Wertpapierbestandes ausmachen, da Totalverluste aufgrund mangelnder Transparenz oft nicht ausgeschlossen werden können.

Rebalancing und Reevaluation

Ist das eigene Portfolio aufgelegt, so ist der Großteil der Arbeit erledigt. Je nach gewählter Strategie gilt es jetzt, durch stetige Anpassungen der Strategie weiter zu folgen. Dies bedeutet vor allem Eines: Rebalancing. Sowohl Aktien als auch Fonds performen unterschiedlich im Depotvergleich. Manche erzielen gegenüber anderen Werten eine Überrendite, andere schwächeln im Vergleich. Dadurch entsteht eine Über- oder Unterbewertung der jeweiligen Titel. Um der festgelegten Strategie gerecht zu werden, sollten durch Anpassung der Sparraten oder Einzelzukäufe die jeweiligen Gewichtungen beibehalten werden. Bespart man beispielsweise monatlich zwei ETFs mit einer jeweiligen Gewichtung von 50 %, so sollte diese mindestens ein mal jährlich wieder hergestellt werden, indem die Sparquote des schwächeren Wertes für einen Monat so angepasst wird, dass er im Depot wieder 50 % des Kapitals ausmacht.

Insbesondere bei Aktien ist eine kontinuierliche Reevaluation wichtig. Anteile an bestimmten Unternehmen sollten Sie nur nach ausführlicher Recherche kaufen. Da sich Märkte und die darin agierenden Unternehmen dauerhaft verändern, ist eine fortlaufende Überprüfung der Unternehmenssituation unerlässlich. Dies sollte mindestens jedes Jahr, besser noch jedes Quartal, stattfinden, um wirtschaftliche Gefahren für das Unternehmen frühzeitig zu erkennen. Sollte ein Unternehmen enorme Schwierigkeiten haben, die das Unternehmen langfristig zerstören könnten, ist es besser, sich von diesen frühzeitig zu trennen und nach lukrativeren Unternehmen Ausschau zu halten. Bei Indexfonds ist eine solche Prüfung nicht notwendig, da ein einzelnes Unternehmen den Wert des Indexes nur minimal beeinflusst. Auch diesem Grund sind Aktien lediglich für erfahrene Investoren zu empfehlen.

Fazit

Die Finanzmärkte können auf den ersten Blick verwirrend und abschreckend wirken. Doch wer sich eine klare Strategie zurechtlegt und dieser folgt, kann mit etwas Durchhaltevermögen sehr erfolgreich sein. Befolgen Sie dabei stets folgende Grundregeln:

  • Aus höherer Rendite ergibt sich ein höheres Risiko
  • Umso länger der Anlagehorizont, umso risikobehafteter sollte das Kapital allokiert sein
  • Diversifikation zur Risikominimierung ist unabdingbar
  • Investieren Sie niemals verschuldet oder mit geliehenem Geld
  • Halten Sie die Kosten so gering wie möglich

Egal ob Sie für das Alter vorsorgen oder mehr Kapital für eine besondere Anschaffung benötigen; Sie müssen sich über ihre Fähigkeiten im Klaren sein und dementsprechend agieren. Denn wer sich mit einer aktiven und risikobehafteten Strategie übernimmt, wird oft scheitern. Für unerfahrene Investoren bietet sich das monatliche Besparen von Indexfonds als aufwandsarme Alternative zum aktiven Vermögensaufbau mit durchaus hohen Renditen an.